Romane
Sehr geehrter Herr Rektor Bürki,
nach all den Jahren möchte ich etwas klarstellen. Als der junge Gymnasial-lehrer Neeser bei Ihnen um einen halbjährigen unbesoldeten Urlaub nach- suchte, war er wirklich entschlossen, eine Dissertation zum Thema «Die literarische Darstellung von traurigen Stimmungen vom mittelhochdeutschen höfischen Roman bis zu Goethes Werther» zu verfassen. Dass er dann stattdessen an seinem ersten Roman geschrieben hat, dürfen Sie nicht persönlich nehmen, d.h., dürfen tun Sie natürlich schon. Seien Sie jedenfalls versichert, die literarische Arbeit ist ihm ausgezeichnet bekommen. Und sie tut es noch.
In diesem Sinn: herzlichen Dank für Ihr Verständnis.
Andreas Neeser
Fliegen, bis es schneit
Andreas Neeser
Fliegen, bis es schneit
Roman
Haymon Verlag Innsbruck 2012
ISBN 978-3-85218-731-0
200 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Auch als E-Book erhältlich
Isabelle Meisters Leben verläuft in geordneten Bahnen. Ihre Ehe mit Simon ist solide, ihr Job abwechslungsreich, und auch der Traum vom eigenen Haus mit Garten und Kinderschaukel scheint bald schon Wirklichkeit zu werden. Da begegnet ihr am Bahnsteig ein smarter Musiker mit graumelierten Schläfen, dessen leidenschaftliche Avancen sie zunächst faszinieren. Der Flötist aber entpuppt sich als obsessiver Erotomane, der die lebensfrohe Isabelle verfolgt und bedroht. Verletzt und verunsichert in ihrer gesamten Existenz, geht sie dennoch weiter ihren Weg auf dem schmalen Grat zwischen Selbstverlust
und Autonomie, Angst und Zuversicht. Ein Weg, der sie womöglich in das ersehnte selbstbestimmte Leben führt.
Nach dem viel beachteten Erzählband «Unsicherer Grund» legt Andreas Neeser einen packenden Roman vor, der exemplarisch die Fallhöhe des Glücks vorführt und mit beeindruckender Tiefenschärfe die Suchbewegungen einer jungen Frau auslotet. Einmal mehr beweist Andreas Neeser darin seine Könnerschaft im Umgang mit dem Wort und sein Gespür für eine subtile Dramaturgie der Innerlichkeit. Nicht zuletzt aber ist «Fliegen, bis es schneit» ein Buch, das bei aller Abgründigkeit Lust macht auf den Reichtum des Lebens.
«Packend, lebendig und hochpoetisch beschreibt Andreas Neeser die Spannungsverhältnisse zwischen Zufall und Schicksal, Obsession und Freiheit, der Lust, alles zu wollen, und der Angst, das Liebste zu verlieren.»
Katja Lange-Müller
Schattensprünge
Andreas Neeser
Schattensprünge
Roman
Pendo Verlag, Zürich 1995
232 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag
Das Buch ist vergriffen
Beim Lesen eines Briefs seiner Freundin Doris kann Paul Wiederkehr nicht verhindern, dass die Buchstabenkombinationen «Dämon» ihre Mitwörter auffrisst, sich vom Briefbogen löst und als Wortprojektil in ihn eindringt.
Mit der Zeit erst begreift er, dass seine Existenz in zweifacher Hinsicht bedroht ist. Während das Fremde in Doris darauf aus ist, ihn zu zersetzen, wird er von den Besatzern in seinem Innern immer neu daran gehindert, die Frau zu verlassen. Nach drei Monaten ist er mit seiner Kraft am Ende. Er fliegt nach England zu einer Studienfreundin. Flucht nach vorn. Distanz schaffen. Die selbstverordnete «Hungerkur» in der Fremde wird zur einzigen Hoffnung. Schreibend führt er den Rückeroberungskampf um sein Ich. Seeleninventar mit dem Bleistift. Doch der hilflose Versuch, dem Unbegreiflichen auf die Spur zu kommen, scheitert. Die täglichen Notizhefteinträge werden deshalb zugunsten eines «Forschungsprojekts» zurückgestellt: Der Verbannte beginnt ein Buch zu schreiben über das Geschehene. Das Buch der Ruhe. Ein Programm. Verzweifeltes Vertrauen auf das eigene Wort und jenes andere, das nicht von Menschen gesprochen wird. Ohne Worte kann man nicht vergessen.
Nach einem knappen halben Jahr kehrt Wiederkehr aus dem Londoner Exil zurück. Die letzten Kapitel sind noch nicht geschrieben, trotzdem glaubt er sich stark genug für ein Leben ohne Doris in heimischer Umgebung. Und er täuscht sich nicht – bis eines Nachts unverhofft Doris vor der Tür steht. Obdachlos, rausgeschmissen vom Vater, der damals die Schändung der 13-jährigen Mutterlosen nicht verhindert hat.
Lesungen
5. Juni 2012
Stuttgart, Augustinum, 19h.
17. Juni 2012
Döttingen, Kulturtankstelle, 10.30h.
23.-30. Juni 2012
Medellin, Kolumbien, Int. Poetry Festival.
26. Juni 2012
Santafé de Antioquia, Centro de Cultura, 17h.
28. Juni 2012
Bogotà, Schweizer Botschaft, 19h.
24. Juli 2012
Stuttgart, Schriftstellerhaus, 20h.
28. August 2012
Gmunden (A), Festwochen Gmunden, 19.30h.
13. September 2012
Frankfurt, Hessisches Literaturforum, Mousonturm, 20 Uhr.
4. November 2012
Basel, Visarte Region Basel, Projektraum M54, 11h.
5. November 2012
Schöftland, Schöftler Woche, Schloss, 20h.
9. November 2012
Laas (I), Gemeindebibliothek, 20h.
24. November 2012
Feldkirch, Theater am Saumarkt, 18h.
6. Januar 2013
Brugg, Dampfschiff, 19h.
«Luftposcht», musikalische Mundart-Lesung mit Michel Erismann (Gesang, Piano) und anderen Musikern.
13. Januar 2013
Tegerfelden, Weinbau- museum, 11h.
18. Januar 2013
Ürikon, Ritterhaus, Kapelle, 19.30h.
Diverses
21. Oktober 2012
Küttigen, Spittel, 17h.
Moderation Lesung Reinhold Bruder



