Roman. Pendo Verlag, Zürich 1995. 232 Seiten, gebunden. Das Buch ist vergriffen.
Beim Lesen eines Briefs seiner Freundin Doris kann Paul Wiederkehr nicht verhindern, dass die Buchstabenkombinationen «Dämon» ihre Mitwörter auffrisst, sich vom Briefbogen löst und als Wortprojektil in ihn eindringt. Mit der Zeit erst begreift er, dass seine Existenz in zweifacher Hinsicht bedroht ist. Während das Fremde in Doris darauf aus ist, ihn zu zersetzen, wird er von den Besatzern in seinem Innern immer neu daran gehindert, die Frau zu verlassen. Nach drei Monaten ist er mit seiner Kraft am Ende. Er fliegt nach England zu einer Studienfreundin. Flucht nach vorn. Distanz schaffen. Die selbstverordnete «Hungerkur» in der Fremde wird zur einzigen Hoffnung. Schreibend führt er den Rückeroberungskampf um sein Ich. Seeleninventar mit dem Bleistift. Doch der hilflose Versuch, dem Unbegreiflichen auf die Spur zu kommen, scheitert. Die täglichen Notizhefteinträge werden deshalb zugunsten eines «Forschungsprojekts» zurückgestellt: Der Verbannte beginnt ein Buch zu schreiben über das Geschehene. Das Buch der Ruhe. Ein Programm. Verzweifeltes Vertrauen auf das eigene Wort und jenes andere, das nicht von Menschen gesprochen wird. Ohne Worte kann man nicht vergessen. Nach einem knappen halben Jahr kehrt Wiederkehr aus dem Londoner Exil zurück. Die letzten Kapitel sind noch nicht geschrieben, trotzdem glaubt er sich stark genug für ein Leben ohne Doris in heimischer Umgebung. Und er täuscht sich nicht – bis eines Nachts unverhofft Doris vor der Tür steht. Obdachlos, rausgeschmissen vom Vater, der damals die Schändung der 13-jährigen Mutterlosen nicht verhindert hat.
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