|
Erster Schnee
Düstere Helle untertags, der Himmel schichtet die Decken.
Vernarbende Äste begraben ein lebloses Blatt im Wurzelsarg, das Amselpaar scharrt im roten Schnee nach Federn oder Worten.
Vogelzug
Die Pflugschar am Himmel zieht Furchen und bricht sich durch eisige Wolken den Weg in die Wärme.
Ich wünschte, mir wüchsen Flügel zum Flug übers Brachland – im innersten Winter.
Hoffen auf Leitwind.
Erinnerung
Ich suche am Morgen den Tag und stoße aufs schreckliche ende des Traums.
Der Freie Fall aus dem Glück, im Sturzflug am Strohhalm vorbei.
Immer
Sekundenjahre, Lichtminuten. Wie lang ist immer? Länger als die Stunde deines Sterns?
Am Grenzfluss stand er über dir, im Schein die Wirbel. Von drüben sahst du kalte Schimmer, nichts, gefallen war das Irrlicht, himmeltief.
Ich Garten schlägt dich keine Zeit, die Dahlien blühen blau und weiß – und länger als ein Stern.
|