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Manchmal kommt man zur Besinnung, wenn man über das, was, was man tut, schreibt. Ich habe es vor ein paar Jahren getan, es hat nicht wesentlich zur Klärung meiner Arbeit beigetragen.
Erstaunlicherweise hindert mich dies nicht daran, weiter Gedichte zu schreiben.

«Das Gedicht wird durch die Über-Setzung, die es nicht bleibt.
Es steht immer dazwischen.
Über-Setzen. Wie man den Akzent auch setzt: Da ist ein Bild. Ein geschautes, wesenhaft, zu fassen mit geschlossenen Augen. Das voranfängliche Bild trifft ein als optische Prägung, man weiß nicht woher. Durchs Hin- und Hineinschauen bekommt es Konturen, wird eigentlich Bild. Das ist die Vorsprache ...

 

Gras wächst nach innen, Gedichte, 2004

... Über-Setzen heisst eine Sprache finden.
Unterwegs sein vom Dort ins Hier. Das Bild und sein Wort. Doch unterwegs sein ist suchen, die Ankunft ein erster, ein hundertster Versuch unterwegs. Etappenort, Zwischenwort. Das Hier bedeutet nur in Beziehung zum Dort, in der innersten Entsprechung. Das Wort und sein Bild, heran und hinüber. Jede Ankunft verändert, einmal dort, einmal hier.
Das richtige Wort ist ein seltenes Glück ist das richtige Bild ...

Treibholz, Gedichte, 1997 und 2004

... Wenn es gelingt, wird die Vorsprache Wort, das Bild sein Text. Doch das Gedicht ist Gewebe übers Sprachliche hinaus, heran und hinüber. Das Gedicht ist ein Eigenes, ein Neues, der Text dazwischen ein Text als Textur. Unsichtbar, sprachlos, gewobene Abwesenheit. Sie zeigt sich in der Sprache des Bildes und spricht in bildhafter Sprache.
Und der Leser, die Hörerin? Seine Arbeit ist die schönste, weil er auch Sehender sein darf; die schwerste, weil sie auch Sehende sein muss. Über-Setzer im komplexesten Sinn. Man kann es nur sein, wenn man ganz sich selbst ist. Hinüber und heran. Das Gedicht und sein Gegenüber. Die Über-Setzung macht beide zu einem Andern, auch wenn sie scheitert.
Unterwegs sein. Am Gedicht liegt es nicht – wenn es gut ist.»

Treibholz. Die schwarzen Stämme, Gedichte, 2003

Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich nur den letzten Satz dieses Textes.
Ein großer Trost liegt darin.
Das gefällt mir.

Schichtungen, Gedichte, 2006