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Theaterstück.
2003.
Nicht aufgeführt.

Inhalt

«Wo der Schlaf wohnt» ist ein Stück über Erinnerung, Heimat und Vatermord.

Rolf Jauch, ein knapp 40-jähriger Familienvater, empfängt nach dem Tod seiner Mutter in der Wohnung seiner Kindheit Frau Gerber, eine mögliche Mieterin.
Während des Vermietungsgesprächs wird Jauch immer wieder mit seiner Kindheit konfrontiert, in der die Nachbarin Carla eine zentrale Rolle spielt. Carla brachte ihn, der früh den Vater verloren hatte, jeweils ins Bett, wenn die Mutter im Restaurant Spätschicht hatte. Carla war seine wichtigste Bezugsperson und erstes Objekt seiner männlichen Fantasien. Die mit dem Hilfspferdemetzger Max verheiratete Kalabresin wohnte gegenüber, auf der anderen Seite der Altstadtgasse. Wenn ihr Mann sich nicht gerade mit billigen Frauen vergnügte, wurde sie von ihm behandelt wie eine Magd, geschlagen oder missbraucht. Der kleine Rolf bekam alles mit, weil er von seinem Zimmerfenster aus über die Gasse in die Wohnung von Carla und Max sah. Nach einem Zwischenfall wurde Rolf von Max geschlagen – und ein paar Tage später war Carla verschwunden. Sie war zurückgekehrt nach Süditalien, geflüchtet vor den Erniedrigungen ihres grobschlächtigen Ehemannes.
Rolf war allein mit seinem Schmerz, und seine Einsamkeit wurde noch größer, als seine Mutter mit Max ein Verhältnis begann. Der Metzger führte nun im Haushalt gegenüber ein despotisches Regime. In seiner wachsenden Verzweiflung ersticht Rolf seinen zukünftigen Stiefvater mit einem Indianerdolch. In einer Jugenderziehungsanstalt verbüßt er eine langjährige Strafe, bevor er sich ein eigenes Leben aufzubauen beginnt.
Das Gespräch mit Frau Gerber beinhaltet Anspielungen auf die Episoden der Kindheit und thematisiert insbesondere Geschichten, die hinter Gewalttaten von Jugendlichen stehen.

Das Stück spielt in drei Fenstern: dem Gegenwartsfenster, dem Erinnerungsfenster und dem Bilderfenster.